Foto: Falk Wenzel

DAS LÄUFTGERADE:

 

Mittwoch, 15. August 2025

Intendant Christoph Werner probt an Alina Bronskys Bestseller „Baba Dunjas letzte Liebe“. Ines Heinrich-Frank, Nils Dreschke, Lars Frank, Tobias Eisenkrämer und Live-Musiker und Multi-Instrumentalist Sebastian Herzfeld stehen gemeinsam auf der Bühne. Bereits die Konzeptionsprobe vor etlichen Wochen zeigte etwas, das es wahrlich nicht immer auf Konzeptionsproben zu sehen gibt: Tränen flossen. Sie flossen beim Vorlesen von diesem Textbuch über diese seltsame alte Dame Baba Dunja, die zupackend und lebensklug und zugleich verloren und schützenswert erscheint. Dann kamen die Puppen von Noura Hana Leder aus Säcken und Taschen in die Hände der Spielerinnen und Spieler – und jetzt wurde nicht mehr geweint, sondern gelacht. Denn solche schrumpeligen alten Personen, solche faltigen Persönlichkeiten – gibt’s nur im Puppentheater! Auf der Bühne mischen sich die Menschen und die Puppen, die Worte und die Musik, die Gewalt und die Zärtlichkeit … Sie dürfen gespannt sein! Die Premiere dieser Uraufführung erwartet Sie am 19. Februar, um 20 Uhr, im Puppentheater Halle.

Wir freuen uns auf Sie!

Und was alles bereits gelaufen ist, verrät unser Archiv: DAS IST GELAUFEN

DIE PUPPEN­DEPESCHE MELDET:

VORKAUFSRECHT

13.02.2026 — Puppendepesche 2026.2

Liebe Puppen-Fans!

Es ist kein Aprilscherz, dass Sie, liebe Logen-Freundinnen und -Freunde, auch für den April von Ihrem Vorkaufs­recht Gebrauch machen können! Neben den Vorstel­lungen im Repertoire, die Sie dem aktuellen Spielplan ent­neh­men können, präsen­tieren wir im April zwei Höhe­punkte in unserem Pro­gramm, und beide sind Insze­nie­rungen, in denen unsere stell­vertre­tende Inten­dantin Claudia Luise Bose Regie geführt hat bzw. führen wird: Am 24. April feiert „Guten Morgen, du Schöne“, Proto­kolle nach Ton­band von Maxie Wander Premiere! Sehen Sie Ines Heinrich-Frank, Luise Friederike Hennig und als Gast Franziska Rattay auf unserer Bühne: Was bedeutet Heimat wirklich? Wer gestaltet sie, wer macht sie zu einem Ort der Gebor­gen­heit? In unserer Geschichte waren es oft Frauen, »Daheim­geblie­bene«, »Heimchen am Herd«? Ein veral­tetes Bild, das immer noch nachwirkt. Wie war es in der DDR, wo Gleich­berech­tigung gesetzlich verankert war? War sie Realität – oder bedeutete »Voll­beschäf­tigung« nur, dass nach der Arbeit eine zweite Schicht wartete: Haushalt, Kinder, Bezie­hung? Und wie sieht es heute aus? – Mit »Guten Morgen, du Schöne« gab die Autorin Maxie Wander 1977 ostdeut­schen Frauen eine Stimme. Authen­tisch, unge­schönt, bewe­gend. Ihre Gespräche über Alltag, Sehn­sucht, Selbst­behaup­tung wurden zur litera­rischen Sensation. Ihr Buch wurde zum Best­seller in Ost und West, vielfach adaptiert – ein Meilen­stein feminis­tischer Literatur. 50 Jahre später greift Regis­seurin Claudia Luise Bose diesen Stoff auf. In einer neuen Theater­fas­sung stellt sie zwei Fragen ins Zentrum: Gibt es sie – die spezi­fisch weib­liche Sicht auf die Welt? Und wie geht es der »Hälfte der Mensch­heit« heute? – Vorher, am 2., 4. und 6. April zeigen wir ein Gastspiel: „Lethe daheim.“, ein Abend vom Vergessen und Erinnern, ein Solo­stück mit einer Puppe und Objekten für Erwach­sene in deutscher Laut­sprache. Es spielt Franziska Dittrich. Worum geht’s? Auf dem Meeres­grund feiert Oktopus Lethe Geburtstag. Es gibt Geschenke. In ihnen finden sich Geschichten über das Vergessen und Erinnern. Wir begegnen einer Meisterin im Verschwinden-Lassen und gelangen zu der Frage, was verloren gehen muss, damit etwas bleibt. Im Figuren- und Objekt­theater werden Zuschaue­rinnen und Zuschauer zu Geburts­tags­gästen. Das Stück befragt biogra­fische und gesell­schaft­liche Dimen­sionen von Vergessen und Demenz und konfron­tiert uns in absurd-poetischer Bild­sprache mit dem Unver­fügbaren. „Während einer zärt­lichen Vorstellung wurden wir, das Publikum, gefragt, was wir gerne vergessen wollen würden. Und es gab das Versprechen, uns dabei nach Kräften zu unter­stützen. Nichts, war mein erster Impuls. (…) Andere baten darum, ihre Kindheit oder ihren „Schwersinn“ vergessen zu dürfen. Das war ein bemer­kens­werter Moment.“ Atif Mohammed Nour Hussein, nacht­kritik Kolumne. Am Oster­montag folgt nach der Vorstel­lung ein Publikums­gespräch mit der Regis­seurin und der Spielerin des Abends! Neugierig geworden? Dann reservieren Sie Ihre Karten!

Herzlich Ihr Vorstand

 

BLAUE STUNDE

15.01.2026 — Puppendepesche 2026.01

Liebe Puppen-Fans!

Nehmen Sie Ihr Vorkaufsrecht in Anspruch und genießen Sie den Frühling im Theater! Im Repertoire sind: Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky, in der Regie von Ania Michaelis, einer modernen Geschichte, in der Selma von einem Okapi träumt. Und wenn sie das tut, stirbt jemand im Ort. Die Frage ist nur: wer? Helle Aufregung breitet sich unter den Bewohnern aus: Der Eisverkäufer hält sein Verhältnis geheim. Luise fallen Dinge herunter, wenn sie sich nicht sicher ist. Der Optiker ist verliebt und möchte reden. Liebe und Tod sind die beiden Mysterien des Lebens, und plötzlich hängen sie seltsam miteinander zusammen. – Von Franz Kafka spielen wir Die Verwandlung, in der Regie von Claudia Luise Bose. Das ist die berühmteste deutschsprachige Erzählung des 20. Jahrhunderts mit lebensgroßen Figuren. Ein unausweichliches Familien-Gefängnis für Gregor Samsa, dem einzigen Verdiener in seiner Familie, der sich – womöglich gegen seinen Willen – ins Nichtstun verabschiedet, denn er verwandelt sich in ein ungeheures Ungeziefer. – Recht neu im Programm ist Baba Dunjas letzte Liebe von Alina Bronski, in der Regie von Christoph Werner. Baba Dunja zieht zurück in den Ort, der ihre Heimat ist, nach Tschernobyl. Verstrahlte Früchte fürchtet sie nicht. In der kleinen Dorfgemeinschaft lebt es sich wie in einem kleinen Paradies. Aber Fremde kommen, und Baba Dunja nimmt eine Strafe auf sich. Es ist ihr Leben, ihre Geschichte wird erzählt, und wir staunen über diese starke Person und ihren Zugang zu den Menschen und ihrer Natur. – Tanz und Puppentheater treffen sich in Michal Sedláček Inszenierung Romeo und Julia im Herbst des Lebens, geschrieben von Ralf Meyer nach Motiven eines tschechoslowakischen Films. Karel und Marie sind im Rentenalter und begegnen einander durch eine Verwechslung im Café. Karel ist sofort entflammt. Marie ist es peinlich, dass er ihr gefällt. – Aber Karels und Maries Familien sind miteinander verstritten. Was soll das, dass die beiden miteinander Umgang pflegen? In ihrem Alter! – Yuliya Gerbina und Michal Sedláček tanzen hinreißend und ohne Worte auf unserer kleinsten Bühne und inmitten von ständig redenden Puppen. – Und wer lieber den Dauerbrenner sehen möchte, kommt auch auf seine Kosten, denn es läuft auch wieder Mord im Orientexpress!

Alles Gute zum Neuen Jahr wünscht
Ihr Vorstand

Vorherige Depeschen können Sie in unserem PUPPENDEPESCHEN-Archiv nachlesen.